Zum 5. Januar wurde Prof. Dr. Sandy Adam auf die Professur Management / Sportmanagement an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam (FHSMP) berufen. Die Berufung stärkt den management‑ und wirtschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt der Hochschule und bringt zusätzliche internationale Expertise in Lehre und Forschung ein.
Prof. Dr. Adam studierte von 2004 bis 2007 International Business an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden und absolvierte anschließend ein Masterstudium in Sport Sciences an der Universität Jyväskylä in Finnland. Seine akademische Ausbildung verbindet damit früh wirtschaftswissenschaftliche Grundlagen mit sportwissenschaftlichen Fragestellungen in internationalem Kontext.
Zwischen 2013 und 2019 sowie erneut von 2022 bis 2025 war Sandy Adam als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig tätig, insbesondere in den Bereichen Sportökonomie und Sportmanagement. In dieser Zeit wirkte er sowohl in der Lehre als auch in Forschungsprojekten mit und beschäftigte sich intensiv mit ökonomischen und strukturellen Fragestellungen des organisierten Sports.
Ergänzend sammelte Prof. Dr. Adam internationale Lehr‑ und Praxiserfahrungen. Von 2019 bis 2021 war er Lecturer für Football Business an der Solent University in Großbritannien. Parallel dazu arbeitete er als Senior Analyst bei Play the Game am Danish Institute for Sports Studies in Dänemark. Dort lag sein Fokus auf Governance‑Strukturen, Transparenz und Integrität im internationalen Profisport.
Im Oktober 2025 schloss Sandy Adam seine Dissertation zum Thema Corporate Governance im deutschen Profifußball ab. Seine wissenschaftliche Arbeit widmet sich damit einem Themenfeld, das im modernen Sportmanagement zunehmend an Bedeutung gewinnt und sowohl sportpolitische als auch wirtschaftliche Relevanz besitzt.
Neben seiner Hochschultätigkeit verfügt Prof. Dr. Adam über umfangreiche berufliche Erfahrungen in den Bereichen Finanzen, Marketing und Vertrieb. Darüber hinaus war er in verschiedene internationale Kooperationsprojekte eingebunden, unter anderem im Rahmen von Erasmus+‑ und DAAD‑Programmen.
Prof. Dr. Adam ist Mitglied der European Association for Sport Management (EASM) sowie der Denkfabrik sportainable, die sich mit nachhaltigen und verantwortungsvollen Entwicklungsprozessen im Sport beschäftigt.
Mit der Berufung von Prof. Dr. Sandy Adam gewinnt die FHSMP einen ausgewiesenen Experten für Sportmanagement, der wissenschaftliche Tiefe, internationale Perspektiven und praxisnahe Managementerfahrung miteinander verbindet. Die Hochschule setzt damit ihren Weg fort, Management‑ und Führungsfragen im Sport fundiert, anwendungsnah und zukunftsorientiert zu verankern.
Interview
Welchen Eindruck haben Sie bisher von unserer Hochschule gewonnen?
Ich bin begeistert davon, wie an der Hochschule Theorie und Praxis zusammengebracht werden. Schon in den ersten Lehrveranstaltungen habe ich gemerkt: Das ist keine Einbahnstraße. Die Studierenden bringen aktuelle Trends, echte Herausforderungen und frische Perspektiven aus ihren Partnerbetrieben mit – und genau dadurch wird Lehre lebendig. Man diskutiert nicht „über“ die Praxis, sondern mitten in ihr. Und genau daraus entsteht etwas, das ich für enorm wertvoll halte: ein echter Ort des Austauschs. Der Seminarraum wird zu einem Ort, in dem unterschiedliche Erfahrungen zusammenkommen und in dem wir gemeinsam an „Real-World-Problems“ arbeiten. Studierende merken dabei, dass ihre Fragen aus dem Berufsalltag nicht nur „mitgebracht“, sondern ernst genommen und wissenschaftlich eingeordnet werden. Gleichzeitig profitieren alle davon, wenn Kommilitoninnen und Kommilitonen ihre Perspektiven teilen, sich gegenseitig spiegeln und Lösungen gemeinsam entwickeln. Für mich ist das genau die Stärke dieses Hochschultyps: Aus Praxisimpulsen werden fundierte Diskussionen – und aus Diskussionen wird Orientierung für das, was draußen tatsächlich passiert.
Was mich außerdem sehr beeindruckt hat, ist die Kollegialität im Team. Man spürt: Hier arbeiten Menschen mit ganz unterschiedlicher Expertise zusammen und trotzdem wirkt es nicht distanziert, sondern offen und unkompliziert. Ich bin vom ersten Tag an sehr willkommen geheißen worden, und das macht den Einstieg enorm leicht. Und dann gab es gleich zu Beginn für mich diesen Moment, der sehr typisch für die Sportwelt ist: Man denkt, man kommt irgendwo neu an – und plötzlich ergeben sich Verbindungen. Bereits in den ersten Wochen habe ich Studierende kennengelernt, deren Mentorinnen und Mentoren bei den Praxisbetrieben ehemalige Studierende von mir sind. Das schafft sofort Vertrautheit und macht deutlich, wie stark dieses Netzwerk ist – und wie viel Potenzial darin steckt.
Was erwartet unsere Studierenden in Ihren ersten Vorlesungen und welche Schwerpunkte setzen Sie bei Forschung und Lehre?
In meinen Lehrveranstaltungen geht es in einem Schwerpunkt darum, die Studierenden handlungsfähig zu machen: Im Bachelor begleite ich im Modul BA7 Studierende aus unterschiedlichen Studiengängen und Spezialisierungen auf dem Weg zur Abschlussarbeit. Das ist eine Phase, in der sich vieles bündelt – wissenschaftliches Arbeiten, sauberes Denken, gute Struktur, aber eben auch Mut, eine eigene Fragestellung zu entwickeln. Genau dabei möchte ich unterstützen: klar, pragmatisch und immer mit Blick darauf, dass am Ende etwas entsteht, das fachlich trägt und zugleich einen realen Nutzen hat. Weiterhin unterrichte ich das Management-Modul MA3 „Organisations- und Führungssysteme“. Ab dem Sommersemester kommt das neu konzipierte Modul MA6 „Finanzmanagement und Steuern“ hinzu.
Didaktisch setze ich auf einen Mix aus fundiertem theoretischem Input und der Arbeit an echten, aktuellen Fragestellungen. Wir nutzen wissenschaftliche Texte nicht als Selbstzweck, sondern als Werkzeug: Was sagt die Forschung – und was bedeutet das konkret für Sportorganisationen, Verbände oder Clubs? Dieser Theorie-Praxis-Transfer ist für mich zentral: Die Studierenden sollen nicht nur Wissen aufbauen, sondern erleben, wie man es anwendet, abwägt und in Entscheidungen übersetzt.
Was meine Forschung angeht, lag mein Schwerpunkt bisher vor allem auf organisationstheoretischen Fragen im Sport: also darauf, wie Sportorganisationen funktionieren, wie sie gesteuert werden, und wie Wettbewerb reguliert wird. Gleichzeitig merke ich immer stärker, dass sich viele dieser Fragen heute nicht mehr sinnvoll beantworten lassen, ohne Nachhaltigkeit mitzudenken. Deshalb möchte ich meine Forschung künftig gezielt in diese Richtung weiterentwickeln und Nachhaltigkeit in Sport stärker in den Mittelpunkt rücken. Das passt auch sehr gut zur strategischen Entwicklung der Hochschule: Zum Wintersemester 2026 starten wir mit einem neuen Master Sportmanagement mit dem Profil Nachhaltigkeit. Genau diesen inhaltlichen Aufbruch finde ich enorm spannend, weil er Forschung, Lehre und gesellschaftliche Relevanz sehr konsequent zusammenführt.
Was bedeutet der Sport für Sie persönlich?
Sport ist für mich nicht nur ein Berufsfeld, sondern ein täglicher Begleiter – mal sehr aktiv, mal beobachtend, aber eigentlich immer präsent. Fußball war lange mein Zentrum: erst als Spieler seit der Jugend, später als Trainer der Männermannschaft meines Heimatvereins. Und auch ehrenamtlich bin ich seit über 15 Jahren dort in der Abteilungsleitung Fußball engagiert – seit November 2025 zusätzlich als Vorsitzender im Vorstand des Gesamtvereins. Das prägt den Blick: Man lernt sehr schnell, was im Verein wirklich zählt – und was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, wenn es nicht nur um Ideen, sondern um Menschen, Strukturen und Entscheidungen geht. Gleichzeitig habe ich in den letzten Jahren das Laufen für mich entdeckt, als Ausgleich und gleichzeitig als persönliche Herausforderung. 2024 bin ich meinen ersten Berlin-Marathon gelaufen, dieses Jahr steht der Berliner Halbmarathon an. Und auch als Fan bin ich gern vor Ort: im Stadion oder in der Halle. Aktuell zieht es mich als Dauerkarten-Inhaber bei den Dresdner Eislöwen besonders oft zum Eishockey. Da heißt es momentan allerdings vor allem: leidensfähig bleiben. Als DEL-Neuling ist die Saison mit vielen Niederlagen sportlich anspruchsvoll – aber genau das gehört dazu: dranbleiben, mitfiebern und auch dann unterstützen, wenn es nicht läuft. Was mich am Sport insgesamt fasziniert, ist diese besondere Mischung aus Teamgeist, Fairplay und Leistungsbereitschaft – und diesen Momenten, die man nicht planen kann, wenn eine Halle oder ein Stadion plötzlich „kippt“ und alle es gleichzeitig spüren.
Diese Faszination möchte ich auch an unsere Studierenden weitergeben. Denn im Sportmanagement geht es nicht nur um Zahlen und Strukturen, sondern um Menschen, Kultur und Identität – und genau deshalb lohnt es sich, dieses Feld nicht nur zu verstehen, sondern wirklich dafür zu brennen.